Montag, 9. November 2009

Kulturkonferenz

Zitat(e) aus / Quote(s) from: TLZ Nachbarstädte Volltext - Gesamtpaket soll Stadt beflügeln
Gesamtpaket soll Stadt beflügeln

Eisenach. (ep)  [...] Er [Udo Winkels, Hotelier und Vorsitzender des Luthervereins Eisenach] meint, man müsse die Menschen nur mit den richtigen Angeboten hinter dem Ofen vorlocken. Dazu müsse man freilich wissen, was die Leute wollen.
Ein scheinbar logischer aber dennoch falscher Ansatz. Erfahrungsgemäß wissen nämlich "die Leute" nicht, was sie wollen. Demzufolge führt jedes eigene "Wissen" um diese Dinge fast zwangsläufig in die Irre. Hier ist einfach Gespür und der klassische angebotsökonomische Ansatz - das Angebot erzeugt die Nachfrage - angesagt.
Für das Theater, dessen Besucherzahl stagniert, kann Sozial- und Kulturdezernentin Ute Lieske den Optimismus Winkels kaum teilen. "Wo sind denn die Eisenacher, die gerufen haben "Wir brauchen das Theater", fragte Lieske bei der Kulturkonferenz am Samstag in der städtischen Musikschule.
Eben. Je nach Fragestellung und Emotionalität des Themas sind "die Leute" so ziemlich für oder gegen alles Mögliche. Eine Unterschriftensammlung zum Thema "Eisenach braucht ein Theater" ist wertlose Zeitverschwendung. Sie sagt nichts über die spätere tatsächliche Nutzung des Angebotes aus.
[...] Seine [Dr. Wolfgang Schenk, SPD-Stadtratsmitglied] Frage an Intendant Ansgar Haag, mit wieviel Euro eine Theater-Eintrittskarte mit öffentlichem Geld gestützt werde, nahmen einige als Provokation auf.

Ehe Haag die Antwort gab, betonte Dezernentin Ute Lieske, dass nicht die Theaterkarte gestützt werde, sondern die Leistung des Ensembles - ob Ballett oder Hofkapelle. [...] Etwa 1,6 Millionen Euro der Stadt (bei 80 Millionen Haushaltsvolumen) fließen in das Theater.

[...] Das bedeute, dass jede Theaterkarte mit 65 bis 78 Euro gestützt wird. "So aber darf man Kultur nicht rechnen", appelierte der Intendant an Schenk. Der Gegenwert seien Bildung und Lebensqualität für die Bürger und die Stadt. [...]
Abgesehen davon, das es sehr gute Gründe dafür gibt, Theaterförderung und Vergleichbares komplett einzustellen sind Bildung und Lebensqualität keine abstrakten Werte an sich. Es ist immer noch die tatsächliche Nutzung des Angebotes, auf die geschaut werden muß. Und wenn das Angebot nicht in ausreichender Menge genutzt wird, dann muß es geändert werden.

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